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Tollwutwelle rollt auf die Schweiz zu
Aus Osten nähert sich eine neue Tollwutepidemie unserem Land. Die detaillierten Informationen über den Seuchenverlauf wurden von den italienischen Veterinärbehörden anlässlich einer heute in Mailand durchgeführten Tagung über die europäische Wildfleisch-Richtlinie mitgeteilt. Sollte die Seuchenfront nicht durch die Impfkampagne aufgehalten werden können, könnte Graubünden in den nächsten zwei bis drei Jahren erneut mit dieser Seuche konfrontiert werden.
Die ersten Fälle der Tollwut erreichten die Provinz Udine in den italienischen Ostalpen im Jahr 2008. Davor war die Tollwut in Slowenien aufgetreten. Im Jahr 2009 breitete sich die Epidemie weiter gegen Westen aus und führte besonders in der Provinz Belluno zu vielen Tollwutfällen. Bis zum heutigen Tag wurden von den Behörden insgesamt 137 Tollwutfälle registriert, davon allein 121 bei Füchsen. Betroffen wurden aber auch Rehe, Dachse, Katzen, Hunde sowie einzelne Pferde und Esel.
Am 16. Februar 2010 wurde der erste Tollwutfall in der Provinz Trento registriert, noch auf der orografisch linken Seite des Etsch-Tales. Eine gross angelegte orale Impfkampagne für die Füchse ist durchgeführt worden, die das Gebiet vom Alpenkamm bis zum Po-Fluss im Süden und zum Etsch im Westen abdeckt. In der Lombardei, das heisst im Gebiet unmittelbar östlich der Schweizer Grenze, sind bisher keine Tollwutfälle festgestellt worden. Dies könnte sich allerdings schnell ändern, wenn nämlich die Füchse nicht wie gewünscht auf die Impfkampagne ansprechen sollten. Dann würde die Front weiter Richtung Westen wandern und innerhalb von wenigen Jahren Graubünden erreichen.
JagdSchweiz, 26.2.10
Warnung für Hundebesitzer
von Runa Reinecke - Lange galt sie als nahezu ausgerottet – nun ist sie zurück: Die für Wildtiere und Hunde häufig tödlich verlaufende Staupe. Ein Experte erklärt, wie man sein Haustier schützen kann. Wildtiere durchlebten in den vergangenen Monaten einen besonders harten und vorallem kalten Winter. Zu den eisigen Temperaturen und den Schneemassen gesellte sich für die Füchse noch ein besonders heimtückischer Gegenspieler dazu: die Staupe. Galt die Viruserkrankung über lange Zeit als fast besiegt, erlebt sie derzeit in der Ostschweiz und im Pfannenstilgebiet im Kanton Zürich eine Renaissance. Dort erlagen der ansteckenden Erkrankung während dieses Winters bereits mindestens 25 Füchse, wie der Meilemer Jagdaufseher Ueli Weber der «Zürichsee-Zeitung» berichtete. Grund zur Panik? Keineswegs, denn mit Hilfe einer Impfung kann jeder Hund vor einer Ansteckung, etwa durch Ausscheidungen oder Kadaver von Wildtieren, geschützt werden. Wie häufig das Haustier zur Immunisierung muss und ob es nach einer Infektion Behandlungsmöglichkeiten gibt, erfragte 20 Minuten Online im Interview mit dem Veterinärmediziner Tony Glaus, Leiter der Abteilung für Kardiologie der Kleintierklinik an der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich.Regelmässig zur Kontrolle beim Tierarzt - dann steht einem sorglosen Hundeleben fast nichts mehr im Wege. Herr Glaus, bei welchen Haustieren kann die Staupe auftreten? Tony Glaus: Hunde können mit diesem Virus infiziert werden. Empfehlen Sie zum jetzigen Zeitpunkt eine Impfung? Ja, auf jeden Fall, falls der Hund nicht regelmässig geimpft worden ist. Grundsätzlich sollte bei Hunden (und Katzen) einmal im Jahr ein Gesundheitscheck durchgeführt werden und dabei auch der Impfstatus vom Tierarzt überprüft werden – das gilt nicht nur für die Immunisierung gegen Staupe, sondern auch für andere Erkrankungen. Alle Immunisierungsinformationen hält der Tierarzt in einem Impfbüchlein fest. Wie lange besteht der Impfschutz gegen die Staupe? Zunächst ist die 3-malige Grundimmunisierung im Alter zwischen zwei und vier Monaten besonders wichtig. Danach folgt eine Wiederholungsimpfung nach einem Jahr. Dann genügt in der Regel eine Auffrischung, die alle drei Jahre vorgenommen wird. Wie zuverlässig wirkt die Staupe-Impfung? Die heutigen Staupeimpfstoffe sind sehr gut wirksam. Der Impfschutz ist jedoch nicht für alle Infektionskrankheiten gleich gut. Deswegen ist eine differenzierte Impfstrategie notwendig und die obigen Angaben über den Impfschutz gelten nicht für alle Krankheiten. Woran erkennt der Hundebesitzer, dass sein Tier an Staupe erkrankt ist? Typische erste Anzeichen sind, dass das Tier ungewöhnlich ruhig bis apathisch wirkt. Häufig kommt es zu leichtem Durchfall oder/und Erbrechen. Auch gering ausgeprägter Nasenausfluss und Husten gehören zu den Frühsymptomen dieser Erkrankung. Befallen die Viren im weiteren Verlauf das Grosshirn, kann es zu neurologischen Symptomen wie Anfallsleiden (Epilepsie), Erblinden, Lähmungserscheinungen und Gleichgewichtsstörungen kommen. Kann man das Tier nach einer Infektion überhaupt behandeln? Zeigt das Tier bereits neurologische Störungen, ist die Prognose schlecht. Die Ursache selbst (also das Virus) kann nicht direkt medikamentell bekämpft werden – behandelbar sind ausschliesslich ein Teil der Symptome, die durch die Staupe auftreten. Das Tier hat zwar eine Überlebenschance – ist das Gehirn des Hundes jedoch irreparabel geschädigt, stirbt er oder es bleiben schwere Behinderungen Publiziert am 16/03/2010 in Gesundheit
Virus: Fuchs in Uri geschossen
Das Staupevirus hat auch den Kanton Uri erreicht. In Isenthal wurde ein geschwächter Fuchs aufgefunden, der infiziert war. Laut Jagdverwalter Josef Walker wurde das Tier daraufhin geschossen. Ein weiterer Verdachtsfall werde zurzeit untersucht. Staupe ist eine ansteckende, seuchenartige Erkrankung vieler Raubtierarten wie Fuchs, Dachs, Marder und Luchs. Während sie für Menschen ungefährlich ist, können Hunde daran erkranken. Die Urner Behörden raten, Hunde in Waldnähe an die Leine zu nehmen und den Impfschutz zu überprüfen.
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