|
1955 fand in Märstetten - Weinfelden die erste Anlagenprüfung statt. Mangels Hasenbesatz wurden nur Härte und Wasserfreude geprüft. In den Zuchtbüchern der SKG (Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft) wurden im Laufe der Jahre sehr viele Zwingernamen und Hunde eingetragen, deren Besitzer niemals Mitglied des Clubs waren. Einige Zahlen mögen von Interesse sein: Von 1949 bis 1976 wurden 827 Rüden und 777 Hündinnen, insgesamt also 1604 Deutscher Jagdterrier in das S.H.S.B. (Schweizer Hundestammbuch) eingetragen. Im Jahre 1963 wurde mit 144 Hunden, 75 Rüden und 69 Hündinnen, der Höchstwert erreicht. Das war die Zeit, als noch fast ausschliesslich - und fälschlicherweise - auf "Schärfe" gezüchtet wurde. Damals kursierten die oft übertriebenen Geschichten von den "schwarz-roten" Teufeln, vor denen die Füchse angeblich in Einerkolonne aus den Röhren fahren würden. Das bewog manchen Hundeführer zum Kauf, aber viele waren nicht fähig einen Deutschen Jagdterrier zu führen. Dann kam die Ernüchterung und damit der Rückgang. 1967 waren es noch 123, dann aber immer zwischen 40 und 60 Hunden pro Jahr. Nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Jagdterrier nicht rabiate Schärfe sondern eben auch Führigkeit, Spurlaut, Nase, Wasserfreude, Verträglichkeit und Jagdverstand besitzen sollte. In den folgenden Jahren wurden kontinuierlich eigene Regularien über Prüfung, Zucht und Ankörung des Deutschen Jagdterriers erstellt. Die guten Beziehungen zum Mutterland der Rasse waren besonders hilfreich, um als selbständiger jagdkynologischer Verein in der Schweiz anerkannt zu werden. Da sich der Schwarzwildbestand in der Schweiz nicht nur ausdehnt sondern auch stetig ansteigt, wird der Deutscher Jagdterrier aufgrund seines Finderwillens, Härte und Spurlaut vermehrt zur Bejagung eingesetzt. Wie auch in Deutschland hat der Deutsche Jagdterrier in der Schweiz sehr grosse Beachtung unter den Bodenjägern gefunden. Aufgrund seiner guten Nase und Wasserfreude eignet er sich hervorragend zum Stöbern im Schilf und Bringen aus tiefem Wasser. Er stöbert ausdauernd auf Niederwild, apportiert Fasan und Taube. Der Aufbau der Zuchtpopulation erfolgte überwiegend durch Importe aus Deutschland und Österreich. Seit Gründung des Schweizerischen Club für Deutsche Jagdterrier (SCDJT) schwankt die Zahl der jährlich eingetragenen Nachkommen zwischen 40 und 150 Hunden. Sie hat sich heute im Durchschnitt bei etwa 60 eingependelt. Die Nachfrage nach Junghunden kann in der Regel durch das inländische Zuchtgeschehen gedeckt werden. Die Züchter werden durch den Clubzuchtwart betreut, der für die Ankörung, das Tätowieren der Welpen, die Zwingerkontrolle und die Zuchtberatung verantwortlich ist. Auch in der Schweiz setzt man sich wie in anderen Ländern mit dem Problem der Schwarzzucht auseinander.
|